abtreibung.at

Archive für Kategorie ‘Medienberichte’

Ihr Bauch gehört nicht ihr

Wednesday, August 26th, 2015

www.zeit.de, 9. Juli 2015, von Astrid Prange

Im katholischen Lateinamerika gelten noch harte Abtreibungsgesetze. Sie sind ein Drama vor allem für sehr junge Schwangere und für Vergewaltigungsopfer. Jetzt bereist der Papst den Kontinent. Bringt er eine Wende?

Die Antworten des vergewaltigten Mädchens sind kurz, das Schweigen dazwischen währt endlos. “Wie lange hat dein Vater das mit dir gemacht?” – “Sehr lange.” – “Hast du es deiner Mutter erzählt?” – “Ja.” – “Wusstest du, dass du schwanger bist?” – “Nein.”
20.000 Zuschauer haben dieses Fernsehinterview mit einem schwangeren Mädchen aus dem brasilianischen Recife auf der Website des Senders TV Jornal/SBT angeklickt. 4. Juli 2013: Da ist das Mädchen im dritten Monat schwanger. Vier Jahre lang wurde die Zwölfjährige vom eigenen Vater sexuell missbraucht. Wenige Tage nach dem Fernsehinterview ist sie nicht mehr schwanger. Die Familie hat sich für eine Abtreibung entschieden. Nach brasilianischer Gesetzgebung ist dies nach einer Vergewaltigung erlaubt.
Aus den kurzen Antworten, die das Mädchen damals im Fernsehen gibt, spricht ein Leid, das viele Frauen in Lateinamerika kennen. Denn der Traditionalismus des Kontinents hat eine dunkle Seite, dazu gehören häusliche Gewalt, das Schweigen der Opfer und rigide Abtreibungsvorschriften, die in mehreren Ländern die Abtreibung auch dann verbieten, wenn die Schwangerschaft gewaltsam zustande kam.

Zum Artikel: www.zeit.de
Siehe dazu auch den Film: abortionfilms.org

Irland: Frau wurde Abtreibung trotz Suizidgefahr verweigert

Thursday, August 28th, 2014

diestandard.at, 25. August 2014

Begutachtung dauerte bis zur 24. Schwangerschaftswoche, statt Abbruch wurde Kaiserschnitt durchgeführt
Die “Irish Times” berichtete letzte Woche von einer jungen schwangeren Frau, der ein Schwangerschaftsabbruch durch Verzögerung verwehrt wurde. Die Frau wurde vergewaltigt und gab an, wegen dieser Schwangerschaft sterben zu wollen.

Frau trat in Hungerstreik

In Irland sind Abtreibungen verboten, außer wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, das impliziert auch Suizidgefahr. Um dies festzustellen, sollen die Frauen begutachtet werden – eine Prozedur, die sich im Falle der Frau bis zur 24. Schwangerschaftswoche hinzog. Erst wurde sie von einer privaten Beratungsstelle betreut, einige Woche später von Psychiatern und Gynäkologen, die erst eine legale Abtreibung verweigerten. Die Frau trat schließlich in einen Hungerstreik. Nachdem ihr Ärzte einen Abbruch in Aussicht stellten, nahm sie schließlich wieder Nahrung und Flüssigkeit zu sich. Doch dann entschieden die Ärzte, einen Kaiserschnitt durchzuführen – inzwischen war die Frau in der 24. Schwangerschaftswoche. Der Säugling befindet sich derzeit im Brutkasten.

Pro Choice-Proteste in Dublin

foto: ap/shawn pogatchnik Nach dem Tod von Savita Halappanavar, die an einer Blutvergiftung nach einer Fehlgeburt starb, gab es bereits Proteste. 2013 trat schließlich ein Gesetz in Kraft, das das Abtreibungsverbot im Falle einer Gefährdung der Mutter aufheben soll.

foto: ap/shawn pogatchnik
Nach dem Tod von Savita Halappanavar, die an einer Blutvergiftung nach einer Fehlgeburt starb, gab es bereits Proteste. 2013 trat schließlich ein Gesetz in Kraft, das das Abtreibungsverbot im Falle einer Gefährdung der Mutter aufheben soll.

Dieser Fall hat die Debatte um die restriktive Regelung zum Schwangerschaftsabbruch erneut entfacht. Die Aussetzung des Verbotes des Schwangerschaftsabbruches aufgrund einer Gefährdung der Mutter ist erst seit 2013 in Kraft. Tragische Vorfälle gab es bereits in der Vergangenheit: 2012 starb Savita Halappanavar an einer Blutvergiftung nach einer Fehlgeburt. Die Ärzte verweigerten nicht nur den Schwangerschaftsabbruch, sondern verabsäumten es auch, ihren nicht mehr überlebensfähigen Fötus zu entfernen.

Zum Artikel: diestandard.at

Weiter keine Abtreibungen im Westen

Thursday, July 31st, 2014

Ö1, orf,at, Morgenjournal 31.7.2014

In Tirol und Vorarlberg wird es auch in Zukunft keine Abtreibungen in öffentlichen Spitälern geben. Eine Forderung von Gesundheitsminister Stöger (SPÖ) nach flächendeckendem Angebot – also auch in Tirol und Vorarlberg – haben die Krankenanstaltenverbände abgelehnt. Die Diskussion darüber wird durchaus emotional geführt.

Innsbrucker Uniklinik dagegen

Der Gesundheitsminister will, dass Frauen die Möglichkeit haben, Schwangerschaftsabbrüche an öffentlichen Spitälern in der Nähe ihres Wohnortes durchführen zu lassen – doch Christian Marth, Leiter der Universitätsklinik in Innsbruck, hält das für den falschen Ansatz. Frauen würden zum Schwangerschaftsabbruch auch absichtlich weit weg fahren: “Wenn man da in eine Uniklinik geht, da sitzt man dann neben der Nachbarin im Warteraum – wo aus diesem Grund ja viele Frauen lieber woanders hingehen als in die nähere Umgebung.”
Zum Artikel und Audiobeitrag: oe1.orf.at

Nach 40 Jahre Fristenlösung soll Schwangerschaftsabbruch aus dem Strafgesetzbuch

Tuesday, January 7th, 2014

(Wien, 28.11.13, PUR)
Breites Bündnis an Frauenvertreterin verlangt Entkriminalisierung.
 Abgeordnete der Grünen, Sozialdemokratie und Neos unterstützen Anliegen.
Schwangerschaftsabbruch ist zwar durch die Fristenlösung innerhalb der ersten drei Monate straffrei, aber immer noch Teil des Strafgesetzes. Treibende Kraft für die 1973 vom Parlament beschlossene Strafbefreiung waren die SPÖ Frauen rund um Johanna Dohnal. Sie betrieben Meinungsbildung gegen eine gesellschaftspolitische Stimmung, die patriarchal und klerikal geprägt war. Am 29. November 1973 wurde im Parlament die Fristenregelung sehr knapp –  mit 93 zu 88 Stimmen – beschlossen.

Allerdings verblieb damals der ursprünglich von Maria Theresia eingeführte Abtreibungsparagraph im Strafgesetzbuch – bis heute.

Bevormundung beenden
”1973 erfolgte ein erster Schritt, heute ist der nächste notwendig“, so die UnterstützerInnen unisono: “Die vollständige Streichung dieser medizinischen Behandlung aus dem StGB“, fordert etwa der Gynäkologe Christian Fiala. “Das Verbot hilft weder den Frauen noch der Gesellschaft. Die Streichung wäre ein wichtiges politisches Signal. Denn ungewollte Schwangerschaften werden nicht durch Strafgesetze verhindert, sondern durch bessere Prävention“.
(more…)

Katholische Moral kann ihr Leben gefährden!

Sunday, November 25th, 2012

derstandard.at, Gastkommentar | Christian Fiala, 23. November 2012

Über Moral und Unmoral im Gesundheitsbereich
Letzte Woche ist es wieder einmal passiert: eine schwangere Frau starb in Irland, weil die behandelnden Ärzte ihr die lebensrettende Behandlung mit dem Hinweis “dies ist ein katholisches Land” verweigerten.
Soweit so unspektakulär. Jeden Tag sterben schwangere Frauen auf der Welt, weil ihr Leben weniger wert ist als jenes ihres Fötus: ihnen wird ein Schwangerschaftsabbruch verweigert. Nach Schätzungen der WHO fallen dieser Unmoral jedes Jahr etwa 50.000 Frauen zum Opfer. Schlagzeilen macht dieses sinnlose Sterben von Frauen üblicherweise keine. Aber diesmal geschah es mitten in Westeuropa.
Keine Hilfe für Frauen von Frauenärzten
Eine Frau in der 17. Schwangerschaftswoche erlitt eine Fehlgeburt und ging in das regionale (katholische) Krankenhaus in Irland. Es war auch für die Ärzte offensichtlich, dass das Fortschreiten der Fehlgeburt nicht mehr aufzuhalten war. Aber anstatt das einzig richtige in dieser Situation zu tun, nämlich die Schwangerschaft rasch und ohne viel Blutverlust zu beenden, warteten die Ärzte ab, weil beim Fötus noch ein Herzschlag vorhanden war.
Zum Artikel: derstandard.at

Protest á la Brasiliana

Monday, July 2nd, 2012

Der Text des Plakates heißt übersetzt:
Ich bin nicht aus deiner Rippe entstanden – Du aber aus meiner Gebärmutter!

Neue Studie: Liberale Gesetze bedeuten weniger Abtreibungen

Saturday, January 21st, 2012

Restriktive Abtreibungsgesetze senken nicht die Rate von Schwangerschaftsabbrüchen und forcieren unsichere Abtreibungen, sagt eine WHO-Studie
Die Abtreibungsrate sinkt weiter, doch in weitaus geringerem Maße als in den 90ern. Steigend sind hingegen die für Frauen so gefährlichen heimlichen und nicht professionell durchgeführten Abbrüche. (more…)

Video über die “Pille danach”

Saturday, March 5th, 2011

Seit gut einem Jahr ist die “Pille danach” rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Das wissen nach wie vor wenige. Dr. Christian Fiala und Petra Schweiger im Interview.

Die Pille-danach können Sie nach einem ungeschützten oder unzureichend geschützten Geschlechtsverkehr anwenden. Die Pille-danach bewirkt keinen Schwangerschaftsabbruch!

Die Frau nimmt sie nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr so früh wie möglich, am besten innerhalb von zwölf Stunden, keinesfalls aber später als 72 Stunden (drei Tage) danach.

[flv:w24_020311_pilledanach.flv 444 334]
w24.at

Filmtipp: 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage

Thursday, April 30th, 2009

poster01(Originaltitel: 4 luni, 3 săptămâni şi 2 zile) ist ein rumänisches Filmdrama von Cristian Mungiu, das von existenzieller Angst und Demütigung im kommunistischen Rumänien unter Diktator Nicolae Ceauşescu handelt.  Zwei junge Frauen unter dem sozialistischen Ceauşescu -Regime versuchen eine Abtreibung durchzuführen.
Der Film wurde mit der Goldenen Palme und dem Europäischen Filmpreis 2007 ausgezeichnet und fand große Zustimmung bei den Kritikern, weil es mit einem nüchternen formalen Stil eine enorme innere Spannung entwickle.

Obama ist auch beim Thema Abtreibung liberaler als sein Vorgänger

Thursday, April 30th, 2009

spiegelde24.01.2009 Getreu seines Wahlslogans “Change”  hat der neue US-Präsident Barack Obama einen anderen Regierungskurs zum Thema Abtreibungen eingeschlagen, als sein Vorgänger George W. Bush.

Wie der Nachrichtensender CNN berichtet, hat Obama am gestrigen Freitag einen Erlass aufgehoben, der es verbietet Steuergelder an Organisationen zu zahlen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen oder auch nur darüber Beraten.

Es ist nicht das erste Mal, dass dieser Erlass, der vom US-Präsidenten Ronald Reagan erstmalig verfügt wurde, aufgehoben wurde. Auch US-Präsident Bill Clinton hatte den Erlass bereits aufgehoben, bevor Bush ihn wieder in Kraft setzte.

Quelle:http://www.spiegel.de