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Buchempfehlungen

hoehle

Die Höhle der Löwin – 

Geschichten einer Abtreibungsärztin
Andrea Vogelsang

Preis: EUR 14,31

 Taschenbuch – 228 Seiten (1994) U. Helmer, Königsstein; 
ISBN: 392716481X

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Inhalt: Frauen, die trotz Verhütung schwanger werden; andere, die ein Kind wollen, aber plötzlich allein dastehen; oder die auf Wunsch des Mannes abtreiben; Vergewaltigungsopfer; achtfache Mütter – warum Frauen sich letztlich für eine Abtreibung entscheiden, wird in der Vielfalt ihrer Schicksale einsichtig. Jede Abtreibung ist auch eine Antwort auf Lebensumstände. Und jede hat ihre Vorgeschichte. So enthält dieses Buch nicht nur Geschichten aus der ärztlichen Praxis, sondern es erzählt auch mit Witz von Begegnungen in der Sauna, auf Festen, in Büros, in fremden Ländern. Hier hat eine Ärztin ausgehend vom Thema Abtreibung ein ganz persönliches, anrührendes Buch über Frauen, Männer und Kinder geschrieben. Erstaunlich, wie viele Seiten sie beleuchtet, und daß die Lektüre manchmal sogar auflachen läßt! Und, da das Thema ein wenig ja auch mit Sexualität zu tun hat, spielt sogar die Musik eine gewisse Rolle.

gottes-werkGottes Werk und Teufels Beitrag von John Irving (Originaltitel: The Cider House Rules) Diogenes 1985, ISBN: 3257218370, 775 Seiten

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Inhalt: Der sechste Roman von John Irving spielt überwiegend in den Dreißiger- und Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts und erzählt die Geschichte des Waisenjungen Homer Wells, der in der Obhut des äthersüchtigen Doktor Wilbur Larch, des Leiters des abgelegenen Saint Cloud’s Waisenhauses im US-Bundesstaat Maine, aufwächst. Dr. Larch, seines Zeichens Gynäkologe und erfahrener Geburtshelfer, betätigt sich nicht nur als Erzieher und medizinischer Betreuer der Waisen von Saint Cloud’s, sondern führt entgegen der damals herrschenden Gesetzeslage auch Abtreibungen durch. Er handelt dabei in der festen Überzeugung, dass Frauen die Wahl haben sollten, ein Kind auszutragen oder die Schwangerschaft abzubrechen, sofern sie adäquat informiert sind. Das Buch skizziert den Weg des Dr. Larch vom Medizinstudenten, der im Zuge der Behandlung einer auf sexuelle Kontakte mit einer Prostituierten zurückzuführenden Geschlechtskrankheit der Äthersucht verfällt, zum erfahrenen Arzt, der sich angesichts des Todes der Prostituierten und ihrer Tochter bei unsachgemäß ausgeführten Abtreibungen entschließt, selbst Abtreibungen durchzuführen, und sich damit fortan sowohl Gottes Werk (der Frucht der Empfängnis) als auch dem Beitrag des Teufels (der ungewollten Schwangerschaft) widmet.

3-926369-10-8Frauen. Aus dem Tagebuch einer Ärztin. Von Dr. Else Kienle, Schmetterling Verlag, 1989

Mit einem Vorwort von Dr. Theissen und historischen Erläuterungen von Maja Riepl-Schmidt. Reprint der 1932 im Gustav Kiepenheuer Verlag, Berlin, erschienenen Erstausgabe.

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1931 wurde die Ärztin Else Kienle (1900 – 1970) wie der Schriftsteller und Arzt Friedrich Wolf unter dem Verdacht des gewerbsmäßigen Schwangerschaftsabbruchs verhaftet, fünf Wochen später nach einem Hungerstreik entlassen. Der Prozeß verlief dann im Sande, Else Kienle gab ihre Praxis in Stuttgart auf und emigrierte kurz darauf über Frankreich und Monaco in die USA, wo sie bis zu ihrem Tod als Ärztin tätig war.
Else Kienles teilweise im Gefängnis der Weimarer Republik entstandene Streitschrift  ist eine einfühlsame und engagierte Abrechnung mit bürgerlicher Scheinmoral, dem § 218 und der Männerjustiz. Dabei stellt Else Kienle fest: «Arzt und Richter – die beiden Berufe sind feindlich und müssen es wohl sein. Sie sind durch eine unüberbrückbare Kluft voneinander getrennt».

erzengelmacherinDie Erzengelmacherin – Das 30-jährige Ringen um die Fristenregelung, Anne-Marie Rey,  Memoiren
Xanthippe Verlag, Zürich, 2007
447 Seiten

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In ihrer Autobiografie schildert die heute 70-Jährige diesen nervenaufreibenden und langwierigen Kampf. Sie zeichnet damit ein wichtiges Kapitel Schweizer Frauengeschichte nach und zeigt auf, dass man politisch viel bewirken kann, vorausgesetzt man hat einen langen Atem.
Anhand der jüngsten Entwicklungen in den Vereinigten Staaten, in Osteuropa und Lateinamerika, wo fundamentalistische Christen die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs mit immer schärferem Geschütz attackieren, legt sie dar, dass einmal erkämpfte Rechte keine Garantie für die Zukunft sind, sondern immer wieder aufs Neue verteidigt werden müssen.
In ihren sehr persönlichen Schilderungen führt uns Anne-Marie Rey ausgehend von ihrer Kindheit in Burgdorf, wo ihr Vater, ein Gynäkologe, ungewollt Schwangeren zu einem Abbruch verhalf – und dabei auch in Konflikt mit dem Gesetz geriet –, durch die vielen Etappen der Meinungsbildungsarbeit und die verschiedenen Abstimmungskämpfe.
Sie schildert erschütternde Schicksale von Frauen, die in der Illegalität abtreiben mussten und verurteilt wurden.
Eine Chronologie der Ereignisse rundet die umfangreiche Autobiografie ab, die auch als Mutmacher für Engagierte auf anderen Gebieten gedacht ist.

geschichte-der-abtreibungDie Geschichte der Abtreibung. Von der Antike bis zur Gegenwart. Hrsg. von Robert Jütte, C.H. Beck Verlag: München 1993, 220 S.

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Inhalt: Dieses Buch gibt einen gut ausgearbeiteten, leicht verständlichen Überblick über die historische Entwicklung des Schwangerschaftsabbruches. Dabei wird das Thema von der gesellschaftlichen, rechtlichen, religiösen und medizinischen Seite her betrachtet.